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Historischer Rundweg Hertlingshausen

 

Tafel 4: Eckbachquelle

 

Kunenwoog
Das Tal in dem der Eckbach entspringt wurde bereits 1490 unter dem Namen „Krötental“ erwähnt. 1603 taucht erstmals der Name Kunenwoog, später auch Cunenwoog (Cunowoog), in diesem Tal auf. Der Fischteich wurde von Quellen im westlichen Teil des Tales gespeist. Als offizieller Bezugspunkt einer Grenze wird der Cunenwoog 1705 im Teilungsvertrag der Leinininger Grafen erwähnt. In den Jahren 1722 bis 1755 wurde der Kunenwoog in den protestantischen Kirchenbüchern der Pfarrei Wattenheim als Wohnbezeichnung der hier lebenden Anlieger eingetragen.
Hertlingshausen und die Siedlungen in der heutigen Gemarkung von Carlsberg gehörten damals zu der protestantischen Pfarrei Wattenheim. Wann der Teich, der wenige Jahre nach 1800 abgelassen wurde, verschwand ist nicht belegt. Ebenso gibt es keine Karte in der seine genaue Lage und Größe vermerkt sind.

CunenwoogKarte von 1839 ( Quelle LASP W 1 6042 ) Ausschnitt ergänzt mit wahrscheinlicher Lage des Cunenwoog

 

Der Eckbach
Der Eckbach, dessen heutige Quelle in Sandstein gefasst ist, hat eine Länge von 39,663 km und mündet südlich von Worms bei Rheinkilometer 440 in den Rhein. Sein Quellgebiet umfasste früher mehrere Quellen an den Hängen des Schorlenberg, der 1841 den Namen Schollenberg erhielt. Im 18. Jahrhundert, als der Cunenwoog existierte, befand sich die stärkste Quelle noch hinter dem 1803 gebauten „Franckenhof“. Der Bach wurde im Mittelalter Leinbach genannt. Um 1960 findet man in Katasteramtskarten eine Unterteilung des Namens. Eckbach bis Kirchheim, Karlbach im Gebiet um Großkarlbach und Leininger Bach ab Dirmstein bis zum Rhein. Er fließt zunächst durch Hertlingshausen, dann unterhalb der Selighöfe nach Altleiningen, weiter durch Wiesen und verlässt bei Neuleiningen-Tal das Gebiet des Pfälzerwaldes. Auf diesem Weg ist die Landschaft geprägt durch Landwirtschaft, Viehhaltung, Teiche und Waldwirtschaft. Er erreicht Kleinkarlbach, wo sich das Tal zur Rheinebene hin öffnet. Nun führt sein Lauf begleitet von Obst-, Wein- und Zuckerrübenanbau über Kirchheim an der Weinstraße, Großkarlbach, Laumersheim, Dirmstein, Heuchelheim, Großniedesheim und Bobenheim-Roxheim, bis er im Naturschutzgebiet Wormser Ried allmählich in die Auenlandschaft des Rheins übergeht. Dort erreicht er die Gemarkung der Stadt Worms und mündet in den Rhein.

 

 

Kleinfrankreich

Der Gemarkungsname Kleinfrankreich entstand in der Gemarkung von Hertlingshausen nach dem Jahr 1800. Er findet sich erstmals 1810 in einer geometrischen Karte der Gemeinde Wattenheim als „Weg zum kleinen Franckreich“.

Geometrische Karte von 1810 mit Hof und Weg nach dem Kleinen FranckreichGeometrische Karte von 1810 mit Hof und Weg nach dem Kleinen Franckreich

 

Auf dieser Karte ist auch der „Francken Hof“ eingezeichnet. Der Hof gehörte Matthäus Franck. Er war unter französischer Herrschaft (1796 bis 1816) zum kaiserlichen Förster avanciert. In seiner Sterbeurkunde im Jahr 1811 ist Hertelshausen, Kleinfranckreich als Wohnung eingetragen. Mündlichen Überlieferungen zufolge waren sein Revier und sein Hofgut sein kleines Reich. Die Leute im Dorf sprachen vom „Franck seinem kleinen Reich“, dem „Klein-Franck-Reich“. Daraus wurde der Flurname Kleinfrankreich. Ab 1818 wurde er in amtlichen Bekanntmachungen ohne „c“ geschrieben. Dieser Flurname ist heute noch gültig.

Am Gebäude (Haus Nr. 45) in dem Matthäus Franck lebte, findet man über der Eingangstür heute noch die Inschrift „HAMMAT TES FRANCK“ – Heimat des Franck, Anno 1803

Heimat des Franck

1841, mit der Erstellung des Steuer-Urkatasters, erhielt die auf der Höhe angrenzende Flur auf Carlsberger Gemarkung ebenfalls den Namen Kleinfrankreich. Diese deutliche größere Fläche umfasst mehrere frühere Gewanne. Die bis 1839 ausgewiesenen alten Gewannenamen waren „Hinterer Matzenberg“, „Oberer Matzenberg“, „Steingasse“, „Geiersberg“ und „Schmalzgrube“. Worauf die neue Benennung des Carlsberger Gebietes zurückzuführen ist, ist nicht belegt.

 

Der Eckbach-Mühlenwanderweg
Entlang des Baches gab es einst ab den Quellen in Hertlingshausen bis Dirmstein 31 Mühlen, bzw. Triebwerke. Die früheste Erwähnung findet im Jahr 1143 die Strohmühle in Kleinkarlbach, die den Leininger Grafen gehörte. Die letzten Mühlen waren bis in die 1970er Jahre in Betrieb. Auf Initiative und Dank der Arbeit von Wolfgang Niederhöfer - Kleinkarlbach - entstand zwischen 1997 und 2001 der Eckbach-Mühlenwanderweg. Entlang des Weges erzählen Tafeln von der Vielfalt der Mühlen und Triebwerke die durch das Wasser des Eckbachs angetrieben wurden. Es gab Getreide-, Öl-, Papier-, Säge-, Farb-, Stampf- und Schleifmühlen. In Hertlingshausen stand eine der ältesten Mühlen, die Scheerwoogmühle. Vermutlich wurde sie bereits im 13. Jahrhundert, für das ein Kloster im Ort nachgewiesen ist, errichtet. 1447 wurde sie erstmals als Klostermühle erwähnt.

Eckbachmühlenweg©GeoBasis-DE / LVermGeoRP 2016, dl-de/by-2-0, https://www.lvermgeo.rlp.de

 

Unsere Karte zeigt den Wanderweg mit den früheren Mühlenstandorten zwischen Hertlingshausen und Neuleiningen-Tal. Entlang des Weges sind an den einstigen Standorten der nicht mehr bestehenden Mühlen Tafeln angebracht, denen man Näheres über die jeweilige Mühle entnehmen kann. Hetschmühle, Hammermühle und Rudolfmühle sind benachbarte Mühlen am Rotbach, der unterhalb der Burg Altleiningen in den Eckbach mündet.