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Historischer Rundweg Hertlingshausen

 

Tafel 9: Neues Sauhäuschen

 

Der Verschönerungsverein 1899 Hertlingshausen
Der Verschönerungsverein wurde am 15. Januar 1899 gegründet. Er bestand zur Gründungszeit aus 30 Mitgliedern. Im Laufe der Jahre haben sich bis heute über 300 Mitglieder dem Verein angeschlossen. So wurde er zum festen Bestandteil des Lebens in Hertlingshausen.
Zweck des Vereins war und ist es noch heute, „im Wald und in der Umgebung von Hertlingshausen Verschönerungen auszuführen, Ruheplätze anzulegen und zu pflegen sowie für die Erhaltung von Denkwürdigem und geschichtlich Merkwürdigem Sorge zu tragen“. Darüber hinaus hat der VVH Patenschaften übernommen und pflegt u.a. das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. In den letzten Jahrzehnten erfolgte eine deutliche Ausweitung der Vereinsaktivitäten, so wird seit einigen Jahren in der Osterzeit der Dorfbrunnen in der Ortsmitte österlich geschmückt. Die Schaffung des historischen Rundwegs wurde durch den Verein unterstützt.

Geschmückter Dorfbrunnen an Ostern

Die Sauhäuschen Kerwe
Ursprünglich wurde diese Kerwe, das älteste Fest des Vereins, erstmals 1912 am Alten Sauhäuschen im Wald auf Kirchheimer Gemarkung gefeiert. Von Hertlingshausen wanderten die Besucher angeführt von einer Blaskapelle an den Festplatz im Wald. Damals war auch eine Kinderreitschule vorhanden.

Kerwemusiker am Alten SauhäuschenEs gibt keine Aufzeichnungen wann das Alte Sauhäuschen errichtet wurde. Über die Nutzung in früheren Jahren gibt es lediglich verschiedene mündliche, also nicht belegte Überlieferungen, in verschiedenen Versionen: Während des Dreißigjährigen Krieges haben die Hertlingshauser ihre Schweine zum Sauhäuschen getrieben um sie vor den umherziehenden Soldaten zu schützen. Anlässlich einer Schweinepest sollen die noch gesunden Tiere dorthin getrieben worden sein, um ein Übergreifen auf den gesunden Bestand zu verhindern. Darüber hinaus kann die Hütte auch als Unterstand für Schweinehirten gedient haben, die Schweine zur Mast in den Laubwald mit  reichlichem Futterangebot brachten.

Das Neue Sauhäuschen wurde 1972 eingeweiht auf vereinseigenem Gelände mit Halle, Toilettenanlagen, Festplatz und Parkplätzen (Wiese). Der Bau des Neuen Sauhäuschen war letztendlich auch der Tatsache geschuldet, dass die traditionellen Feste des Vereines außerhalb des Dorfes stattfanden. Das „Eigeschärrte“ im Wald wo Kahlschläge waren und die Sauhäuschen Kerwe am Alten Sauhäuschen auf Kirchheimer Gemarkung. Dies war kaum mehr möglich, denke man zum Beispiel an die sanitären Anlagen.

Seit der Einweihung des Neuen Sauhäuschens 1972 findet die Sauhäuschen Kerwe hier am Kahlenberg statt. Termin ist das letzte  Wochenende im Juli. Am Samstagnachmittag beginnt das Fest. Sonntags geht es weiter mit einem Frühschoppen und Weißwurstfrühstück. Traditionell gibt es Spezialitäten vom Grill. Nach dem Mittag stehen Kaffee und Kuchen für die Gäste bereit. Bis zum Abend hin werden die Gäste musikalisch von einer Kapelle unterhalten.

Im Grünen, unter den schattigen Buchen, die beliebte Sauhäuschenkerwe (Waldfest)

Das „Eigeschärrte“
Der Verein lädt jedes Jahr am dritten Samstag im März zum „Eigeschärrte“ am Neuen Sauhäuschen ein. Bereits Wochen vorher sind Helfer des VVH damit beschäftigt das Buchenholz im Wald zu schlagen und zum Sauhäuschen zu bringen. Auf „Meilern“ werden bereits am frühen Samstagmorgen die Holzstämme zu glühender Asche verbrannt.

Am frühen Morgen werden die Buchenholzmeiler angezündet

Mit diesem beliebten Fest wird Holzfällerbrauchtum gepflegt. Für Menschen, die im Wald arbeiteten war es eine Möglichkeit sich eine warme Mahlzeit zu bereiten. Sie legten das Essen, umwickelt mit Butterbrotpapier und Zeitung, in einen Gluthaufen zum Garen.
Heute nutzen die meisten Gäste Alu-Folie. Beim Fest kann jeder sein mitgebrachtes Grillgut in Buchenholz- Feuerglut garen und zünftig an aufgestellten Tischen und Bänken in Feuernähe verzehren. Der Verein versorgt die Gäste mit Getränken.

Um die Mittagszeit können die Gäste in der heißen Glut einschärren